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Preiserhöhung

Gaspreiserhöhung: Wann das Sonderkündigungsrecht greift

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Eine Preiserhöhung durch den Anbieter selbst löst das Sonderkündigungsrecht aus — aber nicht jede Kostensteigerung auf der Abrechnung ist eine solche. Gesetzliche Abgaben und Netzentgelte gelten als Ausnahme.

In 60 Sekunden: das Wichtigste

  • Wann habe ich ein Sonderkündigungsrecht bei einer Gaspreiserhöhung: Bei jeder einseitigen Preiserhöhung durch den Anbieter entsteht automatisch ein Sonderkündigungsrecht.
  • Wie muss der Gasanbieter über eine Preiserhöhung informieren: Der Anbieter muss mindestens 6 Wochen vor dem neuen Preistermin schriftlich informieren und dabei ausdrücklich auf das Sonderkündigungsrecht hinweisen.
  • Was gilt bei der Gasgrundversorgung bei Preiserhöhungen: Grundversorger müssen Preiserhöhungen öffentlich bekanntmachen und die Kunden informieren.
  • Was passiert wenn ich während einer Gaspreiserhöhung kündige: Der Vertrag endet zu dem im Sonderkündigungsschreiben genannten Datum.
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Quelle: lieblingsportal.de · https://lieblingsportal.de/gas/ratgeber/gaspreiserhoehung-sonderkuendigung/

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Echte Preiserhöhung erkennen

Wenn Sie eine Preiserhöhungsankündigung erhalten, ist die erste Frage: Erhöht der Anbieter seinen eigenen Lieferpreis (Arbeitspreis oder Grundpreis)? Oder gibt er nur gestiegene Steuern oder gesetzliche Abgaben weiter? Nur im ersten Fall entsteht ein Sonderkündigungsrecht.

Kurz beantwortet. Bei einer Gaspreiserhöhung kommt es zuerst auf die Vertragsart an. In der Gas-Grundversorgung werden Änderungen allgemeiner Preise nach GasGVV § 5 grundsätzlich erst nach öffentlicher Bekanntgabe mindestens sechs Wochen vorher wirksam; zum Wirksamwerden besteht ein Kündigungsrecht. Bei sonstigen Haushalts-Gaslieferverträgen verlangt EnWG § 41 grundsätzlich eine Information mindestens einen Monat vorher und erlaubt die Kündigung zum Wirksamwerden; gesetzliche Ausnahmen sind zu beachten.

Preisänderung: erst Vertragsart klären

  • →Prüfen, ob Grundversorgung oder ein anderer Gasliefervertrag vorliegt.
  • →Im Änderungsschreiben Anlass, Umfang und Wirksamkeitsdatum kontrollieren.
  • →Kündigungsrecht und Frist anhand der für die Vertragsart geltenden Regel prüfen.
  • →Bei gesetzlichen Ausnahmefällen nicht pauschal ein Sonderkündigungsrecht unterstellen.

Was zählt als echte Preiserhöhung: Steigerung des Arbeitspreises (Ct/kWh) durch den Anbieter, Steigerung des Grundpreises durch den Anbieter. Diese Erhöhungen unterliegen dem Sonderkündigungsrecht nach §41 EnWG.

Was kein Sonderkündigungsrecht auslöst

Was KEIN Sonderkündigungsrecht auslöst: Erhöhungen der CO₂-Abgabe (gesetzlich festgelegt), Erhöhungen der Netzentgelte (durch Bundesnetzagentur genehmigt), Erhöhungen der Gasumlage oder ähnlicher regulierter Abgaben. Diese Kostenkomponenten liegen nicht in der Entscheidungshoheit des Anbieters und begründen daher keine Sonderkündigungsmöglichkeit.

Wie lese ich die Preiserhöhungsankündigung richtig? Aufschlüsselung suchen: Welche Preiskomponente steigt? Um wie viel Cent/kWh oder Euro/Monat? Handelt es sich um den Lieferpreis des Anbieters oder um weitergegebene Abgaben? Wenn die Ankündigung diese Trennung nicht klar macht: schriftliche Erläuterung beim Anbieter anfordern.

Fristenlogik und Rechenbeispiel

Die Fristenlogik beim Sonderkündigungsrecht: Ankündigungszeitpunkt = Datum, an dem Sie die Erhöhungsankündigung erhalten. Wirksamkeitsdatum = Datum, ab dem die erhöhten Preise gelten. Sonderkündigungsfrist = vier bis sechs Wochen ab Ankündigung (je nach Vertrag und Rechtsprechung). Kündigung wirksam zum = Wirksamkeitsdatum der Erhöhung.

Rechenbeispiel Preiserhöhung: Aktueller Arbeitspreis 9,2 Ct/kWh. Neuer Arbeitspreis ab 1. März: 10,4 Ct/kWh. Mehrkosten bei 15.000 kWh Jahresverbrauch: 1,2 Ct × 15.000 = 180 Euro/Jahr. Wenn ein Wettbewerber 8,8 Ct/kWh anbietet: Gesamtdifferenz = 2,4 Ct × 15.000 = 360 Euro/Jahr. Fazit: Die Erhöhung macht den Wechsel hier eindeutig lohnend.

Frist verpasst – Was jetzt?

Was passiert, wenn man die Frist für die Sonderkündigung verpasst? Der Vertrag läuft mit dem erhöhten Preis weiter. Man kann aber trotzdem zu einem späteren Zeitpunkt mit der ordentlichen Kündigungsfrist kündigen — dann zum nächsten regulären Kündigungstermin. Das Sonderkündigungsrecht ist eine zeitlich begrenzte Option, nicht die einzige Exit-Möglichkeit.

Alternative zur Sonderkündigung: Verhandlung. Langjährige Kunden können bei manchen Anbietern einen Bestandskundentarif oder eine individuelle Preisanpassung aushandeln. Wer den Wechsel als Druckmittel nutzt ('Ich kündige sonst'), hat manchmal Erfolg. Diese Taktik lohnt sich bei langjähriger Kundenbindung und hohem Verbrauch.

Sonderkündigungsrecht bei Grundpreiserhöhung: Auch wenn nur der monatliche Grundpreis steigt, greift das Sonderkündigungsrecht — sofern es sich um eine echte Erhöhung durch den Anbieter handelt. Erhöhungen des Messstellenentgelts durch den Netzbetreiber (über den Grundpreis weitergegeben) liegen hingegen in einer Grauzone; hier empfiehlt sich eine Auskunft der Verbraucherzentrale.

Rückwirkende Preiserhöhungen sind in Deutschland verboten. Wenn ein Anbieter versucht, vergangene Liefermonate zu höheren Preisen abzurechnen, als ursprünglich vereinbart: Zahlung unter Vorbehalt leisten, schriftlich widersprechen, Schlichtungsstelle Energie einschalten. Eine rückwirkende Erhöhung kann vollständig angefochten werden.

Sonderkündigung richtig formulieren

Wie schreibt man die Sonderkündigung? Abweichend von der ordentlichen Kündigung muss bei der Sonderkündigung der Kündigungsgrund explizit benannt werden: 'Hiermit kündige ich meinen Gasvertrag aufgrund der Preiserhöhung zum [Datum der Wirksamkeit] von [altem Preis] auf [neuen Preis] gemäß meinem Sonderkündigungsrecht nach §41 EnWG.' Kundennummer, Zählernummer, Unterschrift — fertig.

Was nach erfolgreicher Sonderkündigung passiert: Anbieter bestätigt Vertragsende-Datum (= Wirksamkeitsdatum der Erhöhung). Bis zu diesem Datum zahlen Sie den alten Preis. Ab dem Folgetag: automatische Grundversorgung als Übergangslösung. Je schneller ein neuer Sondertarif startet, desto kürzer die teurere Grundversorgungsphase.

Preisgarantien beim neuen Tarif

Preisgarantien als Schutz vor weiteren Erhöhungen: Wer nach einer Sonderkündigung in einen neuen Tarif wechselt, sollte aktiv nach Preisgarantien suchen. Eine 12-Monats-Preisgarantie schützt vor dem gleichen Problem im nächsten Vertragsjahr. Achten Sie darauf, dass die Garantie explizit 'Arbeitspreis' und 'Grundpreis' abdeckt — und nicht nur 'soweit gesetzlich zulässig'.

Berechnung des neuen monatlichen Abschlags nach Erhöhung: Neuer Abschlag sollte sein: (Jahresverbrauch kWh × neuer Arbeitspreis Ct/kWh ÷ 100 + Grundpreis × 12) ÷ 12. Wenn der Anbieter einen anderen Abschlag berechnet: Recht auf Korrektur geltend machen. Überzahlte Abschläge werden bei der Jahresabrechnung erstattet.

Fazit: Eine Gaspreiserhöhung des Anbieters ist kein passives Ereignis — sie ist ein Aktivierungszeitpunkt. Wer die Ankündigung liest, die Fristdaten notiert und innerhalb weniger Wochen handelt, hat alle Optionen: Sonderkündigung mit Wechsel, Verhandlung mit dem Anbieter oder reguläre Kündigung zum nächsten Termin.

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Sofia – digitale Lieblingsportal-Assistentin
Sofia
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Sofia fasst zusammen: Der Gaspreisvergleich lohnt sich besonders vor der Heizperiode – achten Sie auf Preisgarantie und Kündigungsfrist.

Quellen & Prüfbasis

Für die fachliche Einordnung nutzt Lieblingsportal bevorzugt amtliche Stellen, Primärquellen und etablierte Verbraucherinformationen.

Die verlinkten Quellen dienen der redaktionellen Prüfbasis. Konkrete Tarife, Preise und Buchungskonditionen werden erst in der jeweiligen Vergleichsstrecke angezeigt.

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Häufige Fragen

Bei jeder einseitigen Preiserhöhung durch den Anbieter entsteht automatisch ein Sonderkündigungsrecht. Es muss innerhalb der im Schreiben genannten Frist ausgeübt werden – meist bis zum Inkrafttreten der Erhöhung.
Der Anbieter muss mindestens 6 Wochen vor dem neuen Preistermin schriftlich informieren und dabei ausdrücklich auf das Sonderkündigungsrecht hinweisen. Fehlt dieser Hinweis, ist die Erhöhung rechtlich anfechtbar.
Grundversorger müssen Preiserhöhungen öffentlich bekanntmachen und die Kunden informieren. Das Sonderkündigungsrecht gilt auch hier – mit 2 Wochen Frist zum Monatsende.
Der Vertrag endet zu dem im Sonderkündigungsschreiben genannten Datum. Bis dahin gilt der alte Preis. Eine Schlussabrechnung folgt nach dem Ableseturnus.